Über Gebäude der Nachkriegsmoderne müssen wir ja immer öfter im Zusammenhang mit ihrem (drohenden) Abriss berichten. Umso erfreulicher, dass hier einmal eine gelungene Sanierung zu vermelden ist: Am 22. Januar 2008 wurde das umgebaute ehemalige Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg an seinen neuen Nutzer, die Stadtbibliothek Nürnberg, übergeben. Der Nutzungswechsel erfolgte im Rahmen eines Gebäude-Ringtauschs, in dessen Zuge verschiedene städtische Einrichtungen ihre Standorte wechseln. Das Musikkonservatorium war 1957 von Walter und Wilhelm Heinz errichtet worden. Den Umbau haben Herbst Architekten BDA, Nürnberg, geplant.
Zu den wesentlichen Umbaumaßnahmen zählt die Neugestaltung des Konzertsaals. So wurden nach dem Rückbau auf den Rohbauzustand sämtliche gestaltgebenden Bauteile wie Wände, Boden, Decke und Möblierung neu ausgeformt.
Eine Innovation für im Denkmalschutz engagierte Architekten dürften die neuen Fenster sein, die von der Nürnberger Firma Metallbau Herzog gefertigt wurden: Die ehemaligen, leicht vor der Fassadenebene vorstehenden Holz- und Stahlfenster mit ihren schlanken Profilen wurden ausgetauscht und komplett durch spezielle Aluminium-Fenster ersetzt. Dabei wurde die vom Denkmalschutz geforderte ursprüngliche Bautiefe von insgesamt 11 cm erhalten. Anschließend wurden die Profile in einem bisher einmaligen Verfahren in zwei Farbtönen einbrennlackiert und eloxiert, so dass lediglich die Glasfüllung auf die neuen Fenster hinweist.
Ein weiteres für die Umbaumaßnahme gestalterisch wirksames Element bilden die baulichen Ergänzungen für die behindertengerechte Nutzung des Gebäudes wie die beiden verzinkten Rampenanlagen im Innenhof zur Katharinenruine sowie der Außenaufzug an der Katharinengasse aus Stahl und Glas.