Sein Vater war Maler, sein Großvater Chirurg. Matthias Sauerbruch wählte schließlich Architekt. Zusammen mit seiner Partnerin Louisa Hutton blickt der gebürtige Konstanzer heute auf eine bemerkenswerte Berufskarriere. Am 4. Februar begeht der Mitgründer des Büros sauerbruch hutton seinen 70. Geburtstag.
Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton lernten sich in London kennen, wo sie 1989 ihr gemeinsames Büro eröffneten. Zwei Jahre später zogen sie nach Berlin, um sich voll und ganz der Planung des ikonischen GSW-Hochhauses zu widmen, ihrem ersten großen Projekt. Die vielfarbigen Fassaden oder häufig elegant geschwungenen Kubaturen sind zur Marke geworden und gehören heute zum Stadtbild vieler Metropolen.
Über seine Rolle im international agierenden Architekturbüro hinaus bekleidete Matthias Sauerbruch Professuren an der TU Berlin, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und auch in Harvard. Als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, deren Sektion Baukunst er von 2018 bis 2021 leitete, kuratierte Matthias Sauerbruch mehrere Ausstellungen. Die 2013 gezeigte Schau Kultur:Stadt zeichnete mit 37 internationalen Bauprojekten die Bedeutung von Architektur und Kultur für die Städte und deren Entwicklung auf.
Vergangenes Jahr haben Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton ihren Vorlass in Form sämtlicher Modelle und Zeichnungen aus über 30 Jahren Büroarbeit an das Baukunstarchiv der Akademie der Künste Berlin übergeben. Nach eigener Aussage möchten sie damit ihren allmählichen Rückzug einleiten. Die Büroführung teilen sie sich inzwischen mit 14 Partner*innen. (tg)
Teaserbild: Bürohochhaus in Stockholm. Foto: Anders Bobert