Olympiastadion, Allianz Arena, Olympiahalle. In München gibt es so einige Veranstaltungsstätten für Zehntausende. Die SWMunich Real Estate GmbH, ein Bauprojektentwickler aus Freising, will nun noch eine weitere bauen. Direkt am Münchener Flughafen, auf Freisinger Boden soll die Arena in the Meadow entstehen – ein multifunktionales Veranstaltungsgebäude für rund 20.000 Besucher*innen. Die Entwürfe stammen von Populous (London). Gemeinsam mit Latz + Partner (Kranzberg), sbp schlaich bergermann partner (Stuttgart), Transsolar (u.a. München) und brandplus (Berlin) hatten sie 2022 eine Mehrfachbeauftragung für sich entschieden.
Die Pläne für die Kongress- und Konzerthalle gibt es seit 2020. Nun hat der Freisinger Stadtrat dem Vorentwurf des Bebauungsplanes zugestimmt und das Projekt damit realistischer gemacht. In den nächsten Monaten soll eine Bürgerbeteiligung folgen.
Geplant ist die Arena auf einem 86.000 Quadratmeter großen Grundstück am westlichen Ende des Flughafens, das momentan unbebaut ist. Ein entsprechender Vertrag mit dem Flughafen München über den Verkauf an SWMunich sei bereits unterzeichnet, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Finanzierung soll vollständig privatwirtschaftlich erfolgen, Bau und Betrieb übernimmt SWMunich selbst. Rund 300 Millionen Euro sind für die Ausführung angesetzt.
Von der Architektur gibt es bisher wenig Konkretes zu sehen – abgesehen von Renderings vom Wettbewerb 2022. Auffällig ist das weiße, rautenförmige Exoskelett, das laut Planer*innen eine Hommage an die bayerische Raute sein soll. Der kreisrunde Bau mit drei Innenrängen wird eine Höhe von 34 Metern erreichen. Genutzt werden soll die Halle für Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen, Kongresse oder TV-Produktionen. Ergänzend sind ein Hotel mit 200 Zimmern und ein Parkhaus mit 1.500 Stellplätzen vorgesehen.
Kritiker*innen warnen vor zusätzlichen Verkehrsbelastungen – insbesondere während der ohnehin vollen Stoßzeiten zwischen 17 und 20 Uhr. Zudem könnte die Lage für mehr Flugverkehr sorgen: Verkehrsexpert*innen rechnen mit täglich etwa 1.500 zusätzlichen Flugreisenden. Das bedeutet nicht nur ein höheres Passagieraufkommen, sondern künftig auch mehr Fluglärm und Feinstaub.
Die Entwickler*innen hingegen loben die ideale Lage ohne unmittelbare Nachbarn, die bestehende Energieinfrastruktur (unter anderem ein Fernwärmenetz) sowie die potenzielle wirtschaftliche Belebung der Region, die sie mit einer jährlichen Bruttowertschöpfung von 285 Millionen Euro beziffern. SWMunich streben in fünf Jahren die Eröffnung der Arena an. (gk)
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