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01.04.2025

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Espresso im Kirchenschiff

Sanierung und Erweiterung von Matthew Lloyd in London


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Nicht nur der Glaube, auch das Gemeindeleben unterliegt ständigen Veränderungen. Eine gewisse Beiläufigkeit prägt heute das christliche Zusammensein. Ein Kaffee zwischendurch statt strenger Andachtszeiten. Das ruft nach der Integration neuer Nutzungen in den meist historischen Bestand. Matthew Lloyd Architects haben sich im östlichen Londoner Stadtteil Walthamstow der kleinen St. Mary’s Church angenommen. Sie ergänzten das denkmalgeschützte Gebäude um mehrere Einbauten und eine kleine Erweiterung. Mit ihrem Büro sitzen die Architekt*innen im benachbarten Shoreditch.

Die Geschichte des heutigen Kirchengebäudes reicht zurück bis in das späte Mittelalter. Seither wurde die Anlage unzählige Male umgebaut und adaptiert. Substanzielle Schäden hinterließ auch ein deutscher Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg. Als eine der letzten größeren Interventionen wurde schließlich um die Jahrtausendwende der Boden des Chorraums abgesenkt. Damit sollte ein hierarchieloserer Andachtsraum geschaffen werden.

Mit den nun durchgeführten Maßnahmen wurden ein kleiner Ausstellungsraum, ein neues Gemeindebüro und ein Küchencafé ergänzt. Darüber hinaus entfernten die Planer*innen im Kirchenschiff die Bänke zugunsten einer flexibleren Nutzung, erneuerten die Heizung und verbesserten die Isolation des Daches.

Äußerlich sichtbares Element der jüngsten Intervention ist der kleine Anbau im Anschluss an den Kesselraum der Heizungsanlage, der aus den 1950ern stammt. Die Architekt*innen wählten hierfür eine Holzkonstruktion, die auf einem niedrigen Sandsteinsockel aufsitzt. Auffällig ist die schematische Abbildung der Konstruktion auf der Fassade. Platz finden im Anbau das Büro und der Ausstellungsraum. Letzterer soll explizit helfen, die kulturellen Aktivitäten der Gemeinde zu stärken.

Im Inneren fällt ein zeitgenössischer Einbau unter der Chorempore auf. Dieser nimmt neben Toiletten und Stuhllager auch die Anrichte des Cafés auf. Mittels Klappelementen kann sich dieses sowohl zum Kirchenschiff hin als auch nach außen öffnen. Die Maßnahmen mit einem Budget von umgerechnet rund 4,05 Millionen Euro wurden im Rahmen des Creative Church-Programms der Church of England sowie mit Lottogeldern gefördert. (sb)

Fotos: Tim Crocker


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