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28.03.2025
Zwei Türme für die Verwaltung
Masterplan in Neapel von ZHA
2017 wurde im Norden Neapels der Hochgeschwindigkeitsbahnhof Napoli Afragola nach den Entwürfen von Zaha Hadid Architects (London) eröffnet. Es war eines der letzten Großprojekte, an dem die Architektin vor ihrem frühen Tod 2016 selbst beteiligt war. Nun legen ZHA in der Stadt am Fuße des Vesuvs nach. Mit Napoli Porta Est präsentieren sie einen Masterplan auf 18,5 Hektar ehemaligem Industrieareal.
Das Projekt ging aus einem zweistufigen offenen Wettbewerb hervor, den die Region Kampanien, der Stadtrat von Neapel, die FS Sistemi Urbani und der Bahnbetreiber EAV auslobten. ZHA setzten sich unter anderem gegen RPBW Renzo Piano Building Workshop, Mario Cucinella Architects, UNStudio und ARUP mit BIG durch.
Das Planungsgebiet umfasst das brachliegende Gelände eines ehemaligen Bahnbetriebswerks und angrenzende Industriebauten, die mittlerweile leer stehen und verfallen. Am westlichen Ende schließt der Hauptbahnhof an, nördlich die Bahntrasse. Der städtebauliche Anspruch: eine bessere infrastrukturelle Anbindung, insbesondere an das historische Zentrum Neapels, sowie die Schaffung neuer öffentlicher Nutzungen.
Herzstück des Masterplans ist der neue Hauptsitz der Regionalregierung Kampaniens – in Form zweier Hochhäuser mit einer Gesamtfläche von 60.000 Quadratmetern. Das kleinere bringt es in den aktuellen Planungen auf 80, das zweite auf 100 Meter. Die Fassaden der Türme lösen sich nach unten auf und setzen sich in der horizontalen Fläche fort – kein neues Motiv von ZHA. Im Sockelbereich sind öffentliche Nutzungen wie Einzelhandel und ein Kino vorgesehen, darüber Büros für rund 2.000 Mitarbeitende.
Das Ensemble soll von einem neuen Stadtpark gerahmt werden, den das New Yorker Büro Martha Schwartz Partners entworfen hat. Gleichzeitig soll das Straßennetz umgestaltet werden, ein Busbahnhof und eine Tiefgarage entstehen. Eine Fußgängerbrücke über die Gleisanlage im Osten soll das neue Areal mit dem Geschäftsviertel verbinden. Zudem sind weitere Bauten mit rund 9.000 Quadratmetern Gewerbeflächen sowie eine Wohnsiedlung mit 12.000 Quadratmetern geplant.
ZHA betiteln das Projekt als eines der größten Stadterneuerungsprojekte Europas. Von dem, was die Visualisierungen versprechen, haben sie vielleicht recht. Die Kosten werden auf 700 Millionen Euro geschätzt und die Fertigstellung momentan auf 2036 datiert. (gk)
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