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03.02.2021

Sportforum Berlin

Holzwarth und Yellow Z gewinnen Wettbewerb


Beim Begriff „Nachverdichtung“ denkt man gemeinhin an innerstädtische Quartiere, in denen auf Restflächen Wohnhäuser oder Gewerbebauten entstehen. Dass es nicht immer nur um zusätzliche Baumassen gehen muss, sondern auch eine funktionale Intensivierung gemeint sein kann, zeigt der kürzlich entschiedene Wettbewerb zur Zukunft des Sportforums im Osten Berlins. Mit dem stetigen Wachstum der Stadt, aber auch aufgrund einer anhaltenden Diversifizierung und Professionalisierung vieler Sportarten, gibt es einen großen Bedarf an neuen Wettkampf- und Trainingseinrichtungen. Am Sportforum Hohenschönhausen sind bereits viele Vereine und Organisationen ansässig, die sowohl den Breiten- als auch Spitzensport vertreten. Bundesligateams wie die Eisbären trainieren hier, ein Olympiastützpunkt und mehrere sportwissenschaftliche Institute beispielsweise der Humboldt Universität arbeiten ebenfalls auf dem 45 Hektar großen Gelände. Gegenstand des zweiphasigen offenen Wettbewerbs für interdisziplinäre Teams mit städtebaulicher und freiraumplanerischer Kompetenz war die Erarbeitung eines Masterplans für die Entwicklung und Umstrukturierung des Forums und seiner Angebote. Betreut wurde der Wettbewerb vom Berliner Büro Machleidt. Zum Gewinner des Verfahrens kürte das Preisgericht unter Vorsitz von Kunibert Wachten das Projekt von Holzwarth und Yellow Z. Das Ergebnis im Überblick:

  • 1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Holzwarth Landschaftsarchitektur und Yellow Z, beide Berlin

  • 2. Preis: bbzl böhm benfer zahiri landschaften, Berlin

  • 3. Preis: Arbeitsgemeinschaft Querfeld Eins und Octagon Architekturkollektiv, beide Leipzig

  • Anerkennung: Bode Williams + Partner und Renner Architekten, beide Berlin

  • Anerkennung: Nuwela Büro für Städtebau und Landschaftsarchitektur (Unterhaching) und vn-a visual network art architecture (Berlin)

Die heutige Gestalt des Sportforums reicht zurück bis in die Nachkriegszeit, als im Auftrag des SC Dynamo, der Sportorganisation des Ministeriums für Staatssicherheit, mit dem Ausbau des Geländes begonnen wurde. Entsprechend der Planung eines Kollektivs unter Leitung von Walter Schmidt entstand eine axiale Ausrichtung der Bauten, die allerdings in den folgenden Jahrzehnten durch zahlreiche Ergänzungen stark überformt wurde. Heute präsentiert sich der teils denkmalgeschütze Bestand als ziemliches Sammelsurium. Hallenbauten für verschiedene Disziplinen stehen hier, aber auch sportmedizinische Einrichtungen, Bürogebäude und Wohnheime. Bis zu 3.000 Leistungs- und Freizaitsportler*innen trainieren täglich auf dem Areal. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts sollen qualitative Freiflächen und etliche Ersatzbauten auf dem Gebiet verortet und Platz für neue Einrichtungen geschaffen werden.

Holzwarth und Yellow Z (1.Preis) projektieren ein Cluster aus „Spielfeldern“, die durch ein dominantes Erschließungsraster geformt werden. Den künftigen Mittelpunkt der Anlage anstelle des heutigen Fußballstadions bildet ein Hybrid aus Gebäudekomplex und Freiflächen, der in typologischer Hinsicht an Dominique Perraults nicht weit entfernt gelegenem Europasportpark denken lässt. Zwei diagonale Achsen erschließen das Gelände auch für die umliegenden Quartiere. Insbesondere die Überlagerung von professioneller Nutzung und Freizeitangeboten gefiel der Jury, kritisiert wurde der aktuell noch hohe Grad der Versiegelung.

Im Gegensatz zur urbanen Blockstruktur des Gewinnerprojekt vermitteln bbzl böhm benfer zahiri (2. Preis) und Querfeld Eins und Octagon (3. Preis) einen parkartigen Ansatz. Die Jury bemerkte, dass dies angesichts der Größe des Areals nicht ausreichen mag, um langfristig die Identität des Sportforums zu prägen. Dazu gehöre auch, dass die einfache Programmierung vieler zentraler Flächen mit Sportplätzen im Vergleich zur Hybrid-Strategie des Gewinnerprojekts weniger Aufenthaltsqualität für die Nachbarschaft verspricht.

Das Sportforum soll in zwei Stufen entwickelt werden, so dass schon relativ zeitnah – bis 2025 – auf Basis des nun zu entwickelnden detaillierten Masterplans mit Bauvorhaben zu rechnen ist. Dazu gehört auch ein kleiner Erweiterungsbau an der Eissporthalle von Nieto Sobejano, die im Sommer 2020 einen entsprechenden Wettbewerb gewannen. Das Gesamtprojekt zur Neuordnung des Sportforums mutet wie ein komplexes Schiebepuzzle an, bei dem durch Abriss und Ersatzneubau zahlreiche Nutzungen neue Räume erhalten. Dementsprechend hob Susanne Walter vom Senat im Livestream zur Eröffnung der Onlineausstellung des Wettbewerbs hervor, wieviel Arbeit allein schon in die Präzisierung der Wettbewerbsaufgabe geflossen sei. (sb)

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1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Holzwarth und Yellow Z

1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Holzwarth und Yellow Z

2. Preis: bbzl böhm benfer zahiri landschaften

2. Preis: bbzl böhm benfer zahiri landschaften

3. Preis: Arbeitsgemeinschaft Querfeld Eins mit Octagon Architekturkollektiv

3. Preis: Arbeitsgemeinschaft Querfeld Eins mit Octagon Architekturkollektiv

Anerkennung: Bode Williams + Partner und Renner Architekten

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